DAS GEDANKENKIND
Horch, wie der Wind die Hoeh’ erreicht,
Durch die tiefsten Schluchten streicht,
Wie er atmet aus und ein in Menschen, Blaettern, im Gestein.
Die Geistgestalt ist wie ein Kind, mal hier, mal da, immer geschwind.
Gedankenkind, kein Weg ist weit, denn alles geschieht zur gleichen Zeit.
So traeum, mein Kind. Was Du traeumst wird wahr.
Die ganze Welt ist wunderbar.
“Oh, moecht ich doch ein Bluemchen sein,
nein, springen wie das Kaetzlein klein.”
Im Streben ist Sterben, im Sterben streben.
Streben und sterben gehoeren zum Leben
Wie Ober- und Unterfaden zum Weben.
1985